Valencia – ein spanisches Abenteuer

In den Morgenstunden des 14. April 2026, einem Dienstag, sollten wir voller Vorfreude unsere Fahrt nach Valencia antreten.
Doch der Streik des Bodenpersonals der Lufthansa durchkreuzte in diesem Jahr unsere Pläne. Der Schreck war groß! ...

Nach einigem Hin und Her wurden wir umgebucht und wir konnten am Mittwochnachmittag unsere Reise starten. Auch der Bus, den wir für den Transfer von Wittmund nach Bremen angemietet hatten, stand glücklicherweise zur Verfügung. An dieser Stelle möchten wir der Firma Janssen herzlich für ihre Flexibilität danken!

Wir flogen also am 15. April von Bremen über Zürich nach Valencia und kamen nach einem ruhigen Flug in der Nacht an, wo wir am Flughafen von unseren Gastfamilien warmherzig empfangen wurden. Schnell wurden wir und unsere Koffer in die Autos verfrachtet, um zügig nach Hause zu kommen. Eine Straßensperre am Flughafen, die just um Mitternacht eingerichtet wurde, erwies sich als kleines Hindernis. Nach einigen Umwegen fand jedoch jede / jeder von uns den Weg in sein neues Zuhause. Ein langer Tag ging zu Ende und wir fielen erschöpft, aber glücklich ins Bett.

Aufgrund der verspäteten Anreise musste das Programm des Austausches ein wenig gekürzt werden. Doch es war nicht weniger spannend. Am nächsten Tag - einem Donnerstag - trafen wir uns in der Gastschule, der Escuela Juan Comenius, wo wir herzlich begrüßt wurden. Den ersten Teil des Tages waren wir kreativ. In einem Lego-Workshop stellten wir unter Beweis, dass Lego auch Jugendliche begeistern kann und Kreativität unsere Stärke ist. Nach einer Ente - einer kleinen Herausforderung zum Warmwerden - bauten wir die „Schule unserer Träume“. Unsere Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Die eine Schule hatte Bäume, einen Swimmingpool, moderne Klassenzimmer. Die andere Schule hatte wenige Schüler, dafür doppelt so viele Lehrer. Auch das ist vorstellbar :-)

Anschließend ging es in die Altstadt, die 20 Minuten fußläufig von der Schule entfernt ist. Wir gingen Richtung Jardín del Turia, einem stillgelegten Fluss, der nun die grüne Oase der Stadt ist und neben Palmen und Blumen auch diverse Sportanlagen zu bieten hat. Hier entspannen sich die Valencianer in ihrem Alltag.

Wir durchquerten den Jardín del Turia und kamen zu den Torres de Serrano, einem der alten Stadttore Valencias, das sehr beeindruckend ist. Hier gab es das erste von vielen “fotos del grupo“ und es war ein Leichtes bei warmen Temperaturen und Sonnenschein in die Kamera zu lachen. Die Altstadt Valencias hat uns sehr gefallen. Die engen Gassen und die historischen Häuser mit ihren tollen Fassaden. Die schönen Cafés luden zum Verweilen ein, doch hatten wir ein klares Ziel vor Augen: den Mercado Central (die historische Markhalle), in dem es alles an Lebensmitteln gibt, was das Herz begehrt.

Damit wir unsere Spanischkenntnisse erproben konnten, sollten wir einige Lebensmittel im Mercado Central erwerben. Wir gingen also los und kauften Trauben (die besonders großen), Orangen, einen Apfel und 100g Sonnenblumenkerne (pipas), ein in Spanien beliebter Snack. Die Mutigsten unter uns tätigten den Einkauf und wir kamen stolz mit unseren Lebensmitteln zurück. Weintrauben, Orangen, Äpfel und Pipas waren rasch verteilt und wurden sogleich gegessen. Im Anschluss schauten wir uns weitere Sehenswürdigkeiten an, liefen durch die belebten Straßen und kamen dann gegen 14.30 Uhr wieder an der Schule an, wo wir von unseren Gastgeschwistern erwartet wurden. Den Nachmitttag verbrachten wir mit unseren Gastgeschwistern und unternahmen schöne Dinge.

Am Freitag, dem 16. April, fanden wir uns morgens in der Schule ein. Wir fuhren alle gemeinsam mit dem Bus zum Oceanográfico, dem Aquarium Valencias, das jede Menge Meeresbewohner vorzuweisen hat. Wir schlenderten durch das Aquarium, bestaunten Quallen, eine Vielzahl an Fischen, Pinguinen und Belugas. Unvergesslich war der Gang durch das Haifischbecken. In einem Tunnel aus Glas schwammen die Haie über uns und neben uns her, auch große Rochen konnten wir beobachten. Wir zückten unsere Handys und machten Videos, um mit unseren Freunden daheim dieses Erlebnis zu teilen. Auch sahen wir uns die Delfinschau des Oceanográficos an. Manche von uns saßen nah am Becken, die Delfine nur drei Meter entfernt.

Das Wochenende verbrachten wir in den Familien und lernten Gasteltern und Gastgeschwister intensiver kennen. Unsere Gasteltern hatten unterschiedliche Aktivitäten für uns geplant. Besonders schön war der Besuch der Playa de la Malvarrosa, dem Stadtstrand von Valencia. Dort schwammen wir im blauen Meer, spielten Volleyball am Strand oder chillten in der Sonne. Aber auch der Besuch eines Festivals der Croquetas (eine Art Croquette, die mit Fleisch, Fisch, Gemüse oder Pilzen gefüllt sein kann) war einzigartig. Viele von uns gingen mit der Familie in ein Restaurant. Am Sonntag gab es das traditionelle Paella Essen für einen Großteil unserer Gruppe, sodass wir nun Paella-Experten sind.

Manche von uns besuchten an dem Wochenende auch die Albufera, das Reisanbaugebiet Valencias. Hier bekamen wir einen Einblick in das ländliche Leben rund um Valencia. Der Reis, der in der Albufera angebaut wird, wird auch für die “paella valenciana“ verwendet. Während einer Fahrt mit dem Boot auf dem See konnten wir entspannen und eindrucksvolle Fotos machen.

Doch Valencia ist nicht nur Strand und Paella. Wir stellten fest, dass unsere Gastfamilien sehr nett waren und gerne beim und nach dem Essen geredet wurde. Gegessen wurde spät, manchmal erst um 22.00 Uhr. Und obwohl nicht alle Eltern Englisch sprachen, so haben wir uns ausgetauscht, dank der Übersetzer auf unseren Handys. Mit unseren Gastgeschwistern sprachen wir viel Englisch, ein paar Sätze Spanisch wurden auch hier und da eingeworfen. In Valencia selbst wird eher Valencianisch gesprochen, was sehr nett klingt.

Am Montag, dem 20. April, begann der Schultag mit dem Workshop „Stencil-Druck“. Wir alle hatten ein helles T-Shirt aus Deutschland mitgebracht, das es nun zu bedrucken galt. Zuerst überlegten wir in einem Brainstorming, welche Motive infrage kommen. Anschließend zeichneten wir unsere Elemente auf ein dickeres Blatt und dann schnitten wir diese sauber als Schablone aus. Wir entschieden uns für eine Vielzahl an Motiven: Buchstaben, Blumen, Namen, Palmen und die Welt des Sports. Mit Hilfe des Kunstlehrers gelang es uns, unsere T-Shirts fachmännisch zu bedrucken und am Ende waren alle mit ihrem Ergebnis zufrieden. Diejenigen, die schon etwas schneller fertig waren, wurden durch die Schule geführt. Dabei erfuhren wir viel über die Schule, die so ganz anderes ist als die KGS Wittmund.

Die Escuela Juan Comenius ist eine große Schule und wir sahen neben Klassenräumen, dem Kunstraum, dem Amphitheater, den Technikräumen auch die Aula. Hier werden nicht nur schulische Veranstaltungen abgehalten, sondern auch das Fach „Film- und Videodreh“ unterrichtet. Wir sahen professionelle Kameras auf Stativen und konnten uns gut vorstellen, dass hier das Erlernen des Filmemachens (inkl. Ton) viel Spaß macht. Gestaunt haben wir darüber, dass unsere Partnerschule Grundschule und weiterführende Schule bzw. Berufsschule unter einem Dach vereint. So sahen wir Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen, die sichtlich gerne in ihrer Schule unterwegs waren.

Nach dem Kunstworkshop ging es sportlich zu. Wir spielten Colpbol, eine Sportart, in der unsere Gastschule Meister ist. Bei diesem Ballspiel darf der Ball mit allen Körperteilen gespielt werden, nur nicht mit den Füßen. Das war nicht schwer und nach wenigen Minuten waren wir im Colpbol-Fieber. Wir hatten einfach Spaß!

Der Schultag endete mit einen Miniworkshop „Theater“. Zusammen mit unseren Gastgeschwistern bildeten wir 4er-Gruppen. Dann sollten wir verschiedene Dinge darstellen, wie z.B. einen Toaster, eine Waschmaschine, ein typisches spanisches Gericht (Paella, churros con chocolate usw.), ein Tier etc. Die anfängliche Scheu legte sich schnell und wir überlegten lachend, wie wir das anstellen sollten. Nach 20 Minuten wurde präsentiert. Es war ein lustiger Abschluss eines abwechslungsreichen Schultages.

Dann war der Abreisetag gekommen: Wir mussten erst um 11.00 Uhr am Flughafen sein. So konnten wir an diesem Tag ein wenig länger schlafen, denn wir hatten in den vergangenen Tagen viel erlebt. Den Koffer hatten wir schon am Vorabend gepackt. Und Schinken oder Käse (oder beides), spanische Süßigkeiten sowie das eine oder andere Geschenk für die Familie passten hinein.

Am Flughafen gab es noch ein letztes “foto del grupo“ bevor “abrazos y besos“ (Umarmungen und Küsse) die Endgültigkeit der Abreise besiegelten. Eine wunderbare Woche, voller Eindrücke, Sonne und Meer ging zu Ende.

Die Erinnerungen an diese Zeit werden nicht so schnell verblassen. Valencia ist so anders und wunderschön! Die Menschen so herzlich! Das Essen schmeckt köstlich! Manche von uns haben sich schon mit ihren Gastgeschwistern für den Sommer verabredet.

Also dann, auf ins nächste Abenteuer!

Im Dezember 2026 darf dann der neue Jahrgang 8 unsere spanischen Gäste für eine Woche hier in Wittmund begrüßen und im Mai 2027 geht es dann wieder nach Valencia.

Sandra Sánchez Münninghoff und Dagmar Lotz-Arkenau

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