Abschied, Aufbruch und der Mut, den eigenen Weg zu gehen
Mit zwei stimmungsvollen Feierstunden haben wir kurz vor Schuljahresende wieder einmal unsere Absolventinnen und Absolventen der Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums verabschiedet.
Beide Veranstaltungen standen unter unterschiedlichen Leitmotiven – dem Weg einerseits sowie Abschied und Aufbruch andererseits –, machten aber deutlich, was alle Schulabschlüsse verbindet: Jeder erreichte Abschluss markiert das Ende eines wichtigen Lebensabschnitts und gleichzeitig den Beginn eines neuen Kapitels.
Für viele Schülerinnen und Schüler war dieser Tag das Ziel eines langen Weges. Manche konnten ihren Weg ohne größere Umwege gehen, andere mussten Hindernisse überwinden, Rückschläge verkraften oder ihre Richtung noch einmal neu bestimmen. Doch unabhängig davon, welcher Abschluss erreicht wurde, galt an beiden Tagen dieselbe Botschaft: Jeder erfolgreich gemeisterte Schritt verdient Anerkennung.
In der Verabschiedung der Haupt- und Realschulabsolventinnen und -absolventen stand deshalb das Bild des Lebensweges im Mittelpunkt. Wege verlaufen selten gerade. Sie führen über Steigungen, durch Gegenwind und manchmal auch über Umwege. Entscheidend ist jedoch, immer wieder aufzustehen, Hindernisse selber aus dem Weg zu räumen, Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen und den Mut zu haben, weiterzugehen. Die vergangenen Schuljahre haben gezeigt, dass Ausdauer, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, oftmals wichtiger sind als der geradlinigste Weg zum Ziel. Und so bejubelten wir bei der Zeugnisübergabe drei Förderschulabschlüsse, 40 Hauptschulabschlüsse, 30 Realschulabschlüsse und 30 Erweiterte Sekundar I-Abschlüsse – dabei nicht eingerechnet sind die Schülerinnen und Schüler, die sich nicht von uns trennen möchten und sich für eine weiterführende Klasse angemeldet haben um im nächsten Schuljahr einen noch höheren Schulabschluss zu erzielen.
Auch die Abiturientinnen und Abiturienten blickten auf einen außergewöhnlichen gemeinsamen Weg zurück. Als erster Jahrgang starteten sie 2017 in der neu eingerichteten Integrierten Eingangsstufe (IES) der KGS Wittmund und erlebten später die Herausforderungen der Corona-Pandemie mit Homeschooling und Videokonferenzen. Trotz dieser besonderen Rahmenbedingungen wuchsen sie als Jahrgang immer stärker zusammen. Gemeinsame Aktionen, Studienfahrten und schließlich die Mottowoche mit ihrem humorvollen Motto „Abigaskar – move it, move it“ zeigten eindrucksvoll den Zusammenhalt dieses Jahrgangs, der unsere nun in den Ruhestand ausscheidende Gymnasialzweigleiterin Birthe Flathmann zu ihrem ganz persönlichen „King Julian“ gekrönt hatte. Groß war die Freude darüber, dass alle 60 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs zum Abitur zugelassen wurden. Sie erreichten entweder den schulischen Teil der Fachhochschulreife oder das Abitur – elf von ihnen sogar mit einer EINS vor dem Komma.
Besonders eindrucksvoll wurde in beiden Feierstunden deutlich, dass ein Schulabschluss weit mehr bedeutet als eine Sammlung von Noten auf einem Zeugnis. Natürlich sind gute Leistungen ein Grund zur Freude. Doch Noten allein beschreiben niemals den Wert eines Menschen. Jede Schülerin und jeder Schüler bringt ganz eigene Fähigkeiten und Talente mit – sei es Kreativität, Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist, handwerkliches Geschick, Empathie, Organisationstalent uvm.
Gerade diese individuellen Stärken werden in Ausbildung, Studium, Beruf und Gesellschaft gebraucht. Manche wachsen in Prüfungssituationen über sich hinaus, andere zeigen ihre besonderen
Fähigkeiten erst außerhalb des Klassenzimmers. Jeder Mensch kann auf seine Weise einen wertvollen Beitrag leisten. Deshalb war die Botschaft an alle Absolventinnen und Absolventen eindeutig: Glaubt an eure Fähigkeiten, nutzt eure Talente und geht euren eigenen Weg mit Zuversicht und Verantwortung.
Ein weiterer Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch beide Veranstaltungen: Abschied und Aufbruch gehören untrennbar zusammen. Der Abschied von der vertrauten Schulzeit fällt vielen nicht leicht. Freundschaften, gemeinsame Erlebnisse und vertraute Routinen bleiben in Erinnerung. Gleichzeitig eröffnet sich nun die Chance, neue Ziele zu verfolgen, eigene Entscheidungen zu treffen und den weiteren Lebensweg selbst zu gestalten. Ob Ausbildung, Beruf, Fachoberschule, Oberstufe oder Studium – für alle beginnt nun ein neuer Abschnitt voller Möglichkeiten.
Dankesworte richteten sich bei den Verabschiedungsfeiern nicht nur an die Absolventinnen und Absolventen selbst, sondern ebenso an ihre Eltern und Familien, die ihre Kinder über viele Jahre begleitet, unterstützt und ermutigt haben. Ebenso galt der Dank den Lehrkräften sowie allen Mitarbeitenden der Schule, die die Schülerinnen und Schüler auf ihrem schulischen Weg begleitet und gefördert haben. Schule ist immer dann besonders erfolgreich, wenn sie als ein gemeinsamer Weg, den viele Menschen miteinander gehen, gesehen und gelebt wird.
Beide Veranstaltungen wurden durch ein beeindruckendes Bühnenprogramm unter der Leitung von Ines Arens umrahmt. Wieder einmal zeigte sich, welch wertvollen Beitrag unserer Musiker und Tänzer für das Schulleben leisten, denn sie berühren uns auf der emotionalen Ebene und bereicherten wieder einmal diese Feierstunden. So gab es echte Gänsehautmomente beim Saxophonspiel von Sofia Heise und den Songs unserer Schulband mit dem Gesang von Eliane Aschmoneit und Jaylia Richter während die Beat-Steps uns mit ihren Tanzeinlagen mitrissen.
Nach den feierlichen Zeugnisübergaben blieb schließlich ausreichend Zeit, die erreichten Abschlüsse gemeinsam zu feiern. Bei hochsommerlichen Temperaturen bildeten sowohl die Verabschiedung der Haupt- und Realschule als auch die Abiturentlassung den Auftakt zu jeweils einem wunderbaren Abschlussball, bei dem Absolventinnen und Absolventen, Familien sowie Lehrkräfte in ausgelassener Stimmung gemeinsam das Erreichte feierten. Beim Abiball wurde es aber einmal auch wehmütig: Der Abiturjahrgang ließ es sich nicht nehmen, ihrer „Flathi“ zu sagen, wie unfassbar glücklich sie darüber waren, Birthe Flathmann als Gymnasialzweigleitung immer als Unterstützerin an ihrer Seite gewusst zu haben und machten eindrucksvoll deutlich, wie wichtig diese Begleitung für sie war.
Wir sagen allen Schülern und Schülerinnen, die wir entlassen haben: HERZLICHE GRATULATION und wünschen euch für euren weiteren Lebensweg Neugier, Mut, Vertrauen in eure Stärken und vor allem immer unterstützende Menschen an eurer Seite – you’ll never walk alone!
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