Fachschaft Latein

Fachobmann:


1. Ziele des Lateinunterrichts:

Durch die PISA-Untersuchungen wurde eine größere Öffentlichkeit mit dem Problem konfrontiert, dass viele Schüler überhaupt nicht mehr in der Lage sind, einen anspruchsvollen Text zu lesen und zu verstehen. Sorgen bereitet auch, dass inzwischen ein großer Teil der Studenten dem angestrebten Studium nicht oder nur unzureichend gewachsen ist und dies oft unter erheblichen finanziellen Verlusten abbricht.

Wenngleich der schulische Lateinunterricht keine Garantie für einen späteren Bildungs- und Berufserfolg gibt, kann er doch dazu beitragen, einem Scheitern vorzubeugen.

Eines der Ziele des Lateinunterrichts ist es nämlich, anspruchsvolle Texte, nämlich auch Texte mit langen Sätzen und abstrakten Inhalten, gründlich lesen zu lernen, zu verstehen und dazu Stellung zu nehmen. Schülerinnen und Schüler, die sich auf den Lateinunterricht einlassen, lernen so auch, die deutsche Sprache präziser und abwechslungsreicher zu gebrauchen. Der Grund liegt in der Tatsache, dass lateinische Texte nicht wörtlich ins Deutsche übertragen werden können.

Darüber hinaus erleichtern die intensive Beschäftigung mit dem lateinischen Vokabular, der Grammatik und der damit verbundene Erwerb einer Metasprache („Sprechen über Sprache“) den Erwerb evtl. später benötigter moderner Fremdsprachen. So gesehen ist Latein gerade kein Umweg, sondern der kürzeste Zugang zum Erlernen weiterer Fremdsprachen.

Auch wenn internationale wissenschaftliche Veröffentlichungen heutzutage meistens in englischer Sprache erscheinen, sollte man wissen, dass das Schulenglisch auf das Verständnis vieler wissenschaftlicher Fachausdrücke nur sehr bedingt vorbereitet. Diese Fachausdrücke stammen zum großen Teil aus der romanischen Wurzel der englischen Sprache, also letztlich aus dem Lateinischen. Bei den klassischen natur- wie geisteswissenschaftlichen Studienfächern (Medizin, Biologie, Pharmazie, Physik, Chemie, Jura, Politik, Psychologie, Sprachen, Philosophie u.a.m.) ist das nichts Neues. Einen Beleg dafür liefert aber auch die "Informatik". Auch hier wird der Zugang zu vielen Begriffen, die sich z.B. auf die Arbeit mit dem "Personal Computer" (persona - computare) beziehen, durch Latein erleichtert, z.B. "cursor" (currere), "remove" (removere), "delete" (delere), "insert" (inserere) etc.

Für eine Grundbildung im Fach Latein werden folgende Leitziele dem Lateinunterricht zugrunde gelegt:

  • Er baut die lexikalischen, morphologischen, syntaktischen, fachterminologischen, altertumskundlichen und methodischen Kenntnisse und Kompetenzen systematisch und im erforderlichen Umfang auf, so dass Schülerinnen und Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 10 in der Lage sind, mittelschwere lateinische Originaltexte zu erschließen, zu übersetzen und zu interpretieren.
  • Er stellt sicher, dass die Schülerinnen und Schüler in Auszügen Kenntnis einzelner repräsentativer Werke der lateinischen Literatur im Original und Einblick in den Zusammenhang von Inhalt und Form, Intention und Wirkung erhalten.
  • Er vermittelt Kenntnisse zu zentralen Aspekten der römischen Geschichte und Kultur, zu einigen wesentlichen politischen und ethischen Leitbegriffen, zu wichtigen Elementen der antiken Rhetorik und Stilistik.
  • Er verschafft den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die aus der Antike herrührenden Grundlagen unserer europäischen Kultur und fördert die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Tradition und Gegenwart im interkulturellen Zusammenhang.
  • Er vermittelt den Schülerinnen und Schülern gezielt Ansatzpunkte und Möglichkeiten zur Ausbildung einer differenzierten Lesekompetenz, zur Erweiterung der Kommunikationsfähigkeit in der deutschen Sprache, zum Erlernen weiterer Fremdsprachen und zur Entwicklung von Formen des ökonomischen, kumulativen und selbstständigen Lernens und Denkens.

 2. Warum des Erlernen der lateinischen Sprache sinnvoll ist

Der Erwerb des Latinums ist nach wie vor Voraussetzung zahlreicher Studiengänge wie z.B. klassische und moderne Fremdsprachen, Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte, Theologie u.v.m. Der nachträgliche Erwerb des Latinums an der Universität ist zwar möglich, aber fällt manchmal schwer.

Gründliche Lateinkenntnisse erleichtern das spätere Erlernen romanischer Sprachen wie Französisch, Italienisch oder Spanisch erheblich, Latein fördert die individuelle Mehrsprachigkeit. Zudem gewährt der Lateinunterricht eine intensive Aneignung grammatikalischer Strukturen und fördert so eine bessere Beherrschung unserer Muttersprache.

Der Lateinunterricht schafft intensive Einblicke in die Welt der Mythologie und erweitert damit den Zugang zu zahlreichen Gegenständen aus den Bereichen Poesie, Kunst, Musik, Film und Psychologie.

Zudem bietet die Beschäftigung mit einer klassischen Sprache angesichts der Schnelllebigkeit unserer Zeit einen Ort für Beständigkeit, Klarheit und Ruhe.

  

2.1. Welche Kinder sollten sich für das Fach Latein entscheiden?

  • Kinder, die das Abitur machen. Dies macht es erforderlich, dass die Kinder die Voraussetzung für eine lange gymnasiale Schuldauer mitbringen. Hier sollten durchaus die Laufbahnempfehlung und die Noten in den Kernfächern am Ende der Klasse 5 beachtet werden: Die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik sollten nicht schwächer als mit befriedigend benotet sein.
  • Kinder, die mit dem Gedanken spielen ein Hochschulsstudium anzustreben, für das ggf. eine der Latinumsqualifikationen gefordert sein könnte.
  • Kinder mit Leistungs- und Lernbereitschaft. Im Lateinischen kommt es gerade auf die ersten Lernjahre an. Sogenannte „Spätzünder“ haben nur geringe Chancen.
  • Kinder mit Konzentrationsvermögen, Ausdauer und einer gewissen Frustrationstoleranz. Lateinschüler und –schülerinnen müssen es ertragen können, für ihre Anstrengungen nicht sofort belohnt zu werden. Kinder, die wenig Ausdauer beim Lernen zeigen und sich nicht konzentrieren können, werden es mit Latein schwer haben und sich und ihren Mitschülern und Mitschülerinnen unnötige Misserfolge bereiten.

 

Die potentiellen Lateinschülerinnen und –schüler sollten einige der folgenden Eigenschaften und Bereitschaften mitbringen:

  • eine Sache ganz genau wissen wollen,
  • Bereitschaft zu regelmäßigem Lernen, Üben und Wiederholen,
  • Sinn für Ordnungen und Systeme (Sammlungen) haben,
  • Freude an Denkspielen, Puzzles oder Schach,
  • nicht ungern auch mal allein sein,
  • nicht vorwiegend Zerstreuung und Ablenkung am Fernseher oder an Computerspielen suchen,
  • sich sinnvoll mit sich selbst beschäftigen können (lesen, musizieren etc.).

3.Hinweise zum Unterricht

3.1. Lehrwerke der Unter- und Mittelstufe

  • Jahrgang 6: Pontes, Gesamtband
  • Jahrgang 7: Pontes, Gesamtband
  • Jahrgang 8: Pontes, Gesamtband
  • Jahrgang 9: Pontes, Gesamtband
  • Jahrgang 10: ausgewählte Literatur

 4. Fachschaft Latein

An der Alexander-von-Humboldt-Schule arbeiten folgende engagierte Kolleginnen und Kollegen in der Fachschaft Latein:
Frau Flathmann, Frau Kortekamp, Frau Kühn und Frau Gebbeken.

 

5. Wettbewerbe

  • Rerum Antiquarum Certamen

Der Schülerwettbewerb des Niedersächsischen Altphilologen-verbandes (NAV) findet im zweijährigen Turnus statt. Der Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler niedersächsischer Gymnasien und Gesamtschulen der obersten beiden Jahrgänge, also 11 und 12 (an Schulen mit Abitur G8) und 12 und 13 (an Schulen mit Abitur G9). Die Alexander-von-Humboldt-Schule hat auch in Schuljahr 2017/18 daran teilgenommen.

 

6. Projekte und Exkursionen

  • Leben im Alten Rom:
    In diesem Projekt haben sich Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Klasse damit beschäftigt, wie die alten Römer gelebt haben. Mithilfe selbst gebastelter Modelle haben wir die Wohnsituation der Römer erschlossen. Wie sah ein typischer Tag im Leben eines Römers aus? Welche Formen der Freizeitbeschäftigung gab es? Wer waren die “Superstars” der Antike? Wie haben sich die Kinder (ohne Smartphone, Fernsehen etc.) in ihrer Freizeit beschäftigt? Verschiedene römische Spiele (wie z.B.: Rundmühle) haben wir erprobt und am Tag der offenen Tür mit den Besuchern gespielt. Außerdem untersuchten wir den römischen Schulalltag und haben ihn mit den heutigen Vorstellungen von gutem Unterricht verglichen.

  • Passend zur jeweiligen Oberstufenlektüre werden im Oldenburger Raum Vortragsreihen zu den unterschiedlichen Autoren angeboten. Schüler der Oberstufe der KGS machen daher im halbjährlichen Rhythmus Exkursionen zu den Vortragsorten. So war der aktuelle Abiturjahrgang am 13. Juni 2017 zu einem Vortrag von Prof. Dr. Michael Sommer zum Thema “Prinzipat und Freizeit – Tacitus zwischen Ideal und Wirklichkeit” im AGO Oldenburg. Am 28. Februar 2018 ging es zu einem Vortrag von Prof. Dr. Niklas Holzberg: “ROMA rückwärts gelesen. Ovids Amores im augusteischen Staat” nach Wilhelmshaven.

 

7. Links

Die unten aufgeführten Links verstehen sich als zusätzliche Informationsquellen:

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